Junior-Ingenieur-Akademie am Heinrich-Heine-Gymnasium Kaiserslautern
Einblicke zu bieten in die Ausbildung und den Berufsalltag von Wissenschaftlern und Ingenieuren, das ist das Ziel der Junior-Ingenieur-Akademie, einem bundesweiten Projekt der Deutsche Telekom Stiftung.
Im Zeitraum 2010 bis 2013 starten drei Durchläufe der Junior-Ingenieur-Akademie an der Schule für Hochbegabtenförderung am Staatlichen Heinrich-Heine-Gymnasium Kaiserslautern, wobei eine vollständig durchlaufen werden soll. Pro Halbjahr werden rund 60 Unterrichtsstunden absolviert. Dies entspricht drei Wochenstunden. Diese sind am Ende eines Schultages eingeplant, sodass Exkursionen und Praktika nicht mit Folgeunterricht konkurrieren und die Besuche von Hochschule, Forschungsinstituten und Unternehmen flexibel gestaltet werden können. Die Junior-Ingenieur-Akademie wird als Wahlpflichtfach in der gymnasialen Mittelstufe angeboten (Klasse 7 bis 10, neunte Klasse wird übersprungen) und ist damit integraler Teil der schulischen Ausbildung. An dem Pilotprojekt werden insgesamt etwa 35 Schülerinnen und Schüler teilnehmen. Die Telekom Stiftung fördert das Projekt bis 2013 mit rund 27.000 Euro.
Als externe Kooperationspartner sind das Felix-Klein-Zentrum für Mathematik, die Technischen Universität Kaiserslautern, deren Projektpartner sowie weiteren externe Institutionen vorgesehen. In die Planung, inhaltliche Ausgestaltung, Durchführung und Auswertung jeder einzelnen Junior-Ingenieur-Akademie werden neben der Schule Vertreterinnen und Vertreter dieser Institutionen eingebunden sein.
Mit der Durchführung einer Junior-Ingenieur-Akademie bietet sich der Schule die Möglichkeit, den MINT-Wahlpflichtunterricht nicht wie bisher sequentiell und rein fachlich-orientiert, sondern ganz im Sinne eines (ingenieur)wissenschaftlichen Arbeitens interdisziplinär zu gestalten.
Neben dem spezifischen theoretischen Wissen steht auch viel konkrete Praxis auf dem Stundenplan: Experimentieren, Daten messen und im Rechner auswerten, sind wichtige Elemente in der ersten Phase des Projekts sein. Aufbauend auf einem grundlegenden Verständnis der Zusammenhänge zwischen Technik, Computern und Mathematik wird der Abstraktionsgrad zunehmend gesteigert. Aus Experimenten mit Rechneranbindung werden in der zweiten Projektphase Experimente im Rechner – also Simulationen. In der letzten Phase stehen die Optimierung der Modelle und Algorithmen und die Interpretation der selbst erarbeiteten Ergebnisse im Kontext eines praktischen Anwenders und eine Beschreibung der Lösung in dessen Sprache.
Während der dreijährigen Pilotphase wird der MINT-Wahlpflichtbereich als Junior-Ingenieur-Akademie durchgeführt und nach Abschluss in das reguläre Schulkonzept überführt werden. Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler werden mit Zensuren auf den Zeugnissen bewertet. Da ein besonderes Anliegen der Schule die Förderung der Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern ist, soll die nachhaltige Implementierung der Mädchen-MINT-Förderung im schulischen Unterricht Berücksichtigung finden. Während der Junior-Ingenieur-Akademie nehmen die Schülerinnen und Schüler an expliziten Weiterbildungsmaßnahmen des TheoPrax-Zentrums Kaiserslautern teil. Geschult werden Kommunikations- und Teamfähigkeit, Medienkompetenz, Projektmanagement und Präsentationstechniken.

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