Vortragsreihe »Blick über den Tellerrand« / 11. Juni 2013, 17.00 - 18.30 Uhr
Zwischen Fingerspitzengefühl und Helmholtz – Zum Verhältnis von Naturwissenschaft und Musikinstrumentenbau im 19. und 20. Jahrhundert
Naturwissenschaft und Musikinstrumentenbau scheinen auf den ersten Blick nicht viele Gemeinsamkeiten zu haben. Doch der Musikinstrumentenbau entwickelte sich im 19. und 20. Jh. zu einem industrialisierten Produktionszweig, der wissenschaftliche Methoden aufnahm und mit Erfahrungswissen kombinierte. Klavierbaufirmen etablierten u. a. wissenschaftliche Labore und arbeiteten mit externen Experten zusammen. Auch die Lehren von z. B. Hermann von Helmholtz wurden von den Handwerkern diskutiert und manch einfacher Handwerker avancierte zum etablierten Theoretiker. Basierend auf vielfältigen Quellen wird das Verhältnis von Naturwissenschaft und Musikinstrumentenbau, von Wissenschaftlern und Handwerkern in der Zeit von 1880 bis 1930 nachgezeichnet.
Die Referentin ist Dr. Sonja Petersen vom Historischen Institut an der Universität Stuttgart.