Vortragsreihe »Blick über den Tellerrand«  /  21. Februar 2017, 17.00 - 18.30 Uhr

Tief im Hirn – Chirurgie in höchster Präzision

Die tiefe Hirnstimulation – umgangssprachlich als »Hirnschrittmacher« bezeichnet –  ist eine Behandlungsform von Morbus Parkinson oder anderen Bewegungsstörungen (z.B. essentiellem Tremor, Dystonien). In den 70er Jahren wurde sie zunächst zur Therapie schwerster Schmerzzustände entwickelt. Das Verfahren hat sich im Laufe der Jahrzehnte als so erfolgreich erwiesen, dass seit dem Jahr 2000 Psychiater und Neurochirurgen auch Patienten mit bestimmten psychiatrischen Störungen (z.B. Depression, Zwangsstörungen) damit behandeln.

Bei der tiefen Hirnstimulation werden Elektroden in das Gehirn eingeführt, die eine meist kontinuierliche hochfrequente elektrische Stimulation von Hirnregionen bewirken. Die Hirnschrittmacher können die Erkrankungen zwar ursächlich nicht heilen, aber zu einer Linderung der klinischen Symptome führen und die Lebensqualität der Patienten signifikant verbessern. Obwohl heute die elektrische tiefe Hirnstimulation weitestgehend standardisiert ist, ist sie mit erheblichen Limitationen und Risiken belastet, die die Entwicklung schonenderer Technologien rechtfertigen. Bis heute hat der Neurochirurg Volker Sturm rund 1.300 Hirnschrittmacher implantiert. Er spricht über Möglichkeiten und Grenzen der elektrischen Hirnstimulation.

 

Referent: Prof. Dr. med. Volker Sturm, Seniorprofessor für stereotaktische Neurochirurgie, Universitätsklinikum Würzburg, Leibniz-Chair für Neuromodulation, Leibniz-Institut für Neurobiologie, Magdeburg